Kraftwerk Mitte neu - das Kulturstadtwerk

Am Abend des 10. Januar 2013 wurde manchem Protagonisten des Vorhabens gratuliert und heftig die Hände geschüttelt. Es wurde gefeiert, es wurde gelacht – ganz sicher jedoch nicht von Allen.
Denn auch wenn es durch den vom Stadtrat beschlossenen Haushalt der Landeshauptstadt Dresden für die Jahre 2013 und 2014 kaum mehr möglich scheint, die Entscheidung zum Bau der neuen Spielstätten von Staatsoperette Dresden und Theater Junge Generation wieder rückgängug zu machen, bleiben all die schönen Pläne und Gedanken bis mindestens Mai diesen Jahres nicht mehr als bloße Theorie: Um einen Baustart zu verhindern, ergeben sich auf dem Weg bis da hin noch jede Menge Gründe.

Das liebe Geld wir dabei der wohl am wahrscheinlichsten zur Argumentation hinzugezogene Grund werden. 90 Millionen EUR, so wird zum Beispiel bereits jetzt medienwirksam und warnend gemunkelt, könnten womöglich nicht ausreichen für die hochgesteckten Ziele und Erwartungen der Theater an ihre neuen Spielstätten. Oder man stelle sich vor, im sonst so autarken Dresden würden nun doch die Ausläufer weltweiter Rezessionen ankommen und es so zu weiteren Gründen für Sparmaßnahmen und Haushaltssperren kommen. Wie könnte ein Stadtrat in einem solchen Moment die nächste wichtige Hürde zum Bau der Spielstätten – nämlich die Freigabe der dafür notwendigen Gelder beschließen?

Bereits jetzt werden die professionellen Wortakrobaten unter den Politikern und deren (kreativwirtschaftliche “Wort-Langer”) ihre Wort-Säbel auf diese Chance für neue Schlagzeilen und Überschriften vorbereiten – wieder einmal steht die hohe Schule der Wortakrobatik im Dresdner Stadtrat bevor.
Die Spitze der Finanzverwaltung könnte in dieser Extrem- und bis zum Zerreißen gespannten Situation möglicherweise prüfen, ob durch das Kassieren von freiwilligen Eintrittsgeldern für diese heißen Debatten nicht eine Quer-Finanzierung der Haushaltes möglich ist. Eine Studie könnte dafür wieder möglichst europaweit und auf keinen Fall nach Dresden vergeben werden.
Es soll sogar Einige geben, die bei all diesennoch bestehenden Unwägbarkeiten  eine gewisse Erleichterung beim Gedanken an diese, nächsten Notfalltür empfinden. Und Manche von denen sollen sogar dafür und dagegen in einer Person sein und das müssen – furchtbar anfühlen muss sich das für diese armen Menschen.
Nein, es geht hier nicht um die Operette, es gibt einen Name für dieses ganz gewöhnliche, traditionelle und alltägliche Desaster: Politik, Dresdner Stadtpolitik, um genau zu sein, im Jahr 2013, neuer Zeitrechnung.

Was also zu tun bleibt?

Die Gläser an die Wand und juchhe - aber weitermachen mit gleichem Druck wie vorher!

Denn in den nächsten Monaten wird es auch und vor allem darum gehen, durch ein schlüssiges und stimmiges – dem Gesamtanspruch gerecht werdendes – Gesamtprojekt, bei dem auch für die umliegenden Gebäude der künftigen Theaterspielstätten auf dem ehemaligen Kraftwerksareal die richtigen Nutzungen gefunden worden, die kommende Entscheidung des Dresdner Stadtrates zu stützen.

Aus der Vielzahl der vorhandenen, guten Chancen und vorliegenden Nutzungsideen und Pläne müssen daher so bald als möglich konkrete Projekte werden.

Um so weniger scheint es daher verständlich, warum bereits heute weit ausgereiften Plänen einiger bereits heute als verlässlich geltender Interessenten nur auf Nachdruck und nur unter Kompromissen nachgegeben wird.

Bereits im Vorfeld war eine Initiative (www.fddk.de/Kultur-im-Kraftwerk-jetzt) nötig, um beispielsweise für die konkreten Nutzungsideen von Landesinstitutionen wie der Hochschule für Musik und der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden Aufmerksamkeit zu erzeugen. Und es darf dabei durchaus als bemerkenswert empfunden werden, dass fast zwei Jahre vergehen mussten, bevor dieses Interesse auch bei der Dresdner Stadtverwaltung und seinem Stadtrat festzustellen war.

Der vor uns stehende Prozess der Definition und konkreten Nutzung sollte daher mit der Notwendigkeit verbunden werden, das Areal mit einem eigenen Namen zu eigener Identität zu verhelfen und diese im allgemeinen Bewusstsein zu verankern.

Unser Vorschlag dafür lautet: Kulturstadtwerk.

Mehr dazu in wenigen Tagen auf Facebook.