Methoden

Ein durchaus bekanntes, übergeordnetes und komplexes Problem der Innen- und Außenwahrnehmung Dresdens stellt die Invisibilität seiner Angebote dar. Sowohl die meisten der Besucher als auch der größte Teil seiner Einwohner verbinden mit dem Name Dresden vor allem die historische Altstadt und die dazu zählenden markanten Bauwerke. Daran werden auch die aktuellenöffentlichen Präsentations- und Kommunikationsmaßnahmen der Stadt nicht viel ändern, denn auch diese bedienen sich immer und immer wieder der schon so oft in allen Winkeln gesehenen und gezeigten Altstadtsilhouette.
Aus dem Repertoire des Neugeschaffenen, Gegenwärtigen ist es unbeeindruckt davon lediglich den Bewohnern der Dresdner Neustadt und ihrem nicht nur in den Nachtstunden pulsierenden Zusammenleben gelungen, für vergleichbare, überregionale Bekanntheit in anderen Zielgruppen zu gesorgen.
Jenseits dieser Stadtteile wirken große Teile der Stadt und ihre Strukturen oftmals diffus und unvollendet. So sind von der mangelhaften Anbindung und Erschließung durch attraktive Wege und Verbindungen sind innenstadtnahe Gebiete wie die Wilsdruffer Vorstadt und das darin liegende Areal des ehemaligen Heizkraftwerkes Dresden Mitte ebenso wie eine Vielzahl von selbständig funktionierenden Zentren wie zum Beispiel der Campus der Technischen Universität und auch großflächig brach liegende Gebiete wie das Ostragehege betroffen.
Mangelnde Anbindung meint in diesem Zusammenhang nicht nur die reine, verkehrstechnische Situation. Viel mehr als in der aktuellen Erwartungshaltung wiederzufinden ist, geht es um Art und Vielfalt von Gestaltung, Mitteln und Materialien aus denen sich die dadurch zu erlebende Aufenthaltsqualität ergibt. Denn wer auch immer sich aufgrund welcher hedonistischen oder aus sonstigen Absichten heraus in Dresden bewegen soll – seinen es Bewohner in ihrer Freizeit oder auf dem Weg zur Arbeit, Tagungsgäste oder Touristen auf Städtereise – das Interesse eines Jeden möchte und muss geweckt und mit einem Grund dazu angeregt werden, bevor unbekannte Wege zurückgelegt und definierte bekannte oder unbekannte Ziele angesteuert werden. Funktionalität ist daher nur einer der zahlreichen Aspekt, die dazu die Voraussetzungen schaffen und gegeben sein sollten.

Überraschung, Unerwartetes, Abwechslung und Unterhaltung gehören ganz besonders dazu. Um aktiv bei der Lösung von Aufgabenstellungen zur Behebung einiger offensichtlich bestehender Mängel durch Gestaltungs- und Umsetzungsideen mitzuwirken und behilflich zu sein, haben die Mitglieder und Freunde des FDDK e.V. in der Vergangeheit auch Vorschläge und Skizzen für ein Wegekonzept der Landeshauptstadt erarbeitet, welches einzelne Angebote der Stadt bündelt und in ein übergeordnetes Ganzes integriert. Dresden in all seinen Facetten wird so nicht nur sichtbarer, nach Themen geordnet werden die bereits vorhandenen Orte auch gefunden und erlebbar gemacht. Mithilfe dieser Vorschläge können auch die vorhandenen Möglichkeiten für weitere Ausbau- und Gestaltungsschritte und dazu klar definierte und zu definierende Teil- und Einzelaufgaben konkretisiert werden.

Bestehende Projekte sind etwa die Etablierung eines Kulturparcours und der Ausbau des Kunst- und Musikviertels. Die schrittweise Entwicklung und Einbindung eines mit Naturerlebnissen kombinierten Fußgänger- und Fahrradweges, der mühelos das Ostragehege und derzeit entfernt scheinende, angrenzende Stadtteile miteinander verbindet und der Stadtteilspaziergang durch das Musikerviertel und eine darauf abgestimmte Symbiose ound Kreuzung mit Magistralen eines Fahrradhighways gehören dazu. Jeder der so entstehenden Wege und Wegebeziehungen könnte so in sich geschlossen, an ausgesuchten städtischer Angeboten und Sehenswürdigkeiten entlang führen und aufgrund der zustande kommenden Überschneidungen dennoch eine Dichte an unterscheidlichen Eindrücken und Wegen zusammenführen, anhand derer die Kultur dieser Stadt in all ihrer Breite  auf unterschiedlichste Weise erfasst werden kann.
Dresden ist hier einmal mehr in der glücklichen Lage, dass Aufwand und Nutzen in außergewöhnlich gutem Verhältnis zueinander stehen: Zur Umsetzung eines solchen Wegenetzes sind in der Relation zu den damit erwirkten Impulsen außer wenigen, derzeit diskutierten größeren Bauvorhaben kaum Investitionen notwendig  - mehr noch: Mit der noch viel zu selten genutzten Möglichkeit, die Dresdner und deren Ideen und Vorschläge zu berücksichtigen und deren Bereitschaft zur aktiven Mitgestaltung und Umsetzung

solcher Maßnahmen in viel stärkerem Maße als bislang zu nutzen, besteht auch noch der Zugriff auf eine Masse an vorfügbaren Potential, mit der das Bild der Stadt auch wieder ihr lebendiges und abwechslungsreiches Gesicht zurückerhalten sollte und sehr wahrscheinlich würde.
Es klingt fast zu einfach, aber tatsächlich könnte die Lösung des Problems der Vielzahl von Aufgaben und auch der im Gesamten in gemeinsam mit den Bürgern und Anwohnern erarbeiteten und umgesetzte Schließungen von kleinen und großen Verbindungslücken, dem Ausbau von Wegen und Plätzen liegen. Viel besser würde so eine tatsächliche und erlebbare, organische Vorstellung des ursprünglich Gemeinten und dessen, was dem Zusammenleben vieler Menschen in dieser Stadt fehlt, entstehen.
Der Fantasie sollten im ersten Schritt jegliche Grenzen erspart werden. Vom Einsatz besonderer Beleuchtung über das Anlegen von Wasserläufen bis hin zu farblichen Kennzeichnungen und Effektensollte alles denkbar sein. Sowohl in Planung als auch der Umsetzung schlummert hier eine schöne Aufgabe, die nicht nur für Dresdner Künstler eine interessante Herausforderungen und Beschäftigung darstellen könnte.
Beispielsweise konnte eine erste konkrete Idee zur Illumination der Brücke vom Pieschener Elbufer zum Ostragehege positiv platziert werden. So würde nicht nur eine konkrete Diskussionsgrundlage sondern ganz nebenbei noch Ausstellungsfläche und eine Form derunst im öffentlichen Raum geschaffen.
Humor und Kreativität wären in der Umsetzung unbedingt gefragt und erforderlich. Damit Dresden sich dauerhaft erfolgreich und auch weiterhin als einzigartig präsentieren kann, reicht es nicht, auf bewährte aber tausendfach kopierte Konzepte zurückzugreifen.
Abwägig ist, alles vorher wissen zu wollen und nicht dafür bereit zu sein, Neues zu suchen und ernsthaft darüber nachdenken, welcher Nutzen für Dresden und Projektpartner aus einem Aurtokino aus Phaeton-Karossen, einer Pumps-Übungsrennstrecke im Sportpark Ostra oder einem Bobbycar-Parkhausern in der Neustadt erwachsen könnten?
Dresden ist mehr als mit dem bestehenden Focus auf sein reiches, kulturelles Erbe zu vermitteln ist. Dresden ist vor allem, was Dresdner gemeinsam daraus machen.