Mitglieder

Es war nicht immer so, doch heute und jetzt sind alle Mitglieder und Freunde des FDDK e.V. mit Herz, Seele und Verstand irgendwie Dresdner. Selbständige und Angestellte, Entwickler und Verwalter, Betriebswirte und Soziologen, Juristen und Künstler, Singles und Eltern haben sich unerwartet und aus ganz unterscheidlichen Gründen hier gefunden und verbunden. Sie alle wissen um die Schönheit ihrer Stadt und erliegen immer wieder dem surrealen, bezaubernden Anblick des Farbspiels der untergehenden Abendsonne in ihrer Altstadtsilhouette.
Dresden sieht nicht nur gut aus, hier zu leben fühlt sich in vielen Momenten auch genauso an. Doch allen gemeinsam ist auf der Suche nach den Zeichen unserer Zeit an nachfolgende Generationen eine weitere, daraus resultierende Überzeugung: Das kanns noch nicht gewesen sein!
Denn dieses Dresden erscheint heute in manchen Teilen wie eine Kulisse – und Dresdner waren darin noch die Statisten. Diese Stadt würde es sonst nicht geben.
Den erlebten Stillstand einzelner Bereiche dieser Stadt als zunehmend quälend zu empfinden, während die Zeit und die Welt Veränderungen wie die der heutigen Tage erfährt, ist daher nicht nur zu verstehen, sondern nur natürlich. Das Erliegen der Innovationsfreudigkeit der Bewohner dieser Stadt würde

auch bedeuten, alle ausgegebenen Strategien und Ziele und auch die Investitionen, die in den Standort und den Aufbau seiner Perspektive geflossen sind und fließen, in Frage stellen und auf diese Entwicklung reagieren zu müssen.

Doch das wäre falsch. Dresden kann mehr. Die Betrachtung, warum Dresden bei der Umsetzung großer und oftmals unumgänglicher Veränderungen aber auch beim Umgang mit scheinbar profanen Themen wie Quietscheentchen auf blau getünchten Asphaltstücken so feststeckt endet mit daher auch zunehmend mit der Frage ist, in welchem Maße der von der Verwaltung der Landeshauptstadt Dresden verkörperte Geist noch dem des Dresdner Wesens entspricht und diesen mit seinen Entscheidungen und Vorgehen wiedergibt.

Als Dresdner bleibt es auch nach den bereits geleisteten Anstrengungen eine Pflicht, mit dem Erreichten nicht zufrieden zu sein und nicht aufzuhören, sondern weiterhin gemeinsam die notwendigen Kräfte zu mobilisieren, um Dresden den Schwung zurückzugeben, den die Stadt und deren künftige Bewohner für eine selbstbestimmte Zukunft benötigen. Es braucht mehr als Kulisse und Statisten dazu - Dresden selbst muss leben.

Die Schwierigkeit, mit der sich Dresden dabei konfrontieren muss, ist organisch. Es geht um Vertrauen zuund Kommunikation miteinander. Es geht um Loslassen, um Mut und auch um Träume. Um das Geschehen lassen von ergebnisoffenen, ehrlichen Prozessen, die durch gegenseitigen Respekt und von Unvoreingenommenheit geprägt sind. Dresdner sollten mit Lust an den Veränderungen ihrer Stadt teilhaben und sich dafür einbringen dürfen und auch wollen. Alle Seiten sollten genau das wollen und fordern und glücklich darüber sein. Denn um das Netzwerk der Kulturen zu werden, das Dresden so gern wäre, muss als Erstes unser Umgang miteinander selbst verändert werden. Setzen wir den aktuellen Weg fort und weichen Auseinandersetzungen mit Gegenwart und Zeitgeist weiterhin aus, verzichten wir nicht nur auf Toleranz und Erfindungsreichtum. Auch das vorhandene Potenzial, den Standort international für junge Zielgruppen interessant werden zu lassen, wird zerstört.

Die Identität Dresdens liegt im Außergewöhnlichen, der Kunst. Um Dresdner zu sein und dieses Erbe anzutreten reicht es nicht aus, diese Kulisse zu erhalten und herzuzeigen. Denn Dresden zu erhalten heisst, im Sinne der Tradition ihrer Erschaffer zu leben.