Vision

Es ist keine Wertung, nur eine Feststellung: Nicht unbedingt wir oder unsere gemeinsame Kultur und Zeitgeschichte sind es, die jedes Jahr wieder von Millionen Touristen nach Dresden führen. Die wirklich maßgeblichen Gründe dafür sind vielmehr weit vor unserer Zeit in von Höchstleistungen getriebenen Epochen der Vergangenheit zu finden, deren herausragenden und oft einzigartig gebliebenen Werke und Errungenschaften bis heute vom künstlerischen Wert dieser Zeit und dieses Erbe zeugen.
Meist war es eine sehr überschaubare Zahl an Menschen, die für dieser Entwicklungen und Innovationen die entscheidenden Anstöße gaben, einzigartige Gebäude planten und errichten und aus deren einzelnen Leidenschaften und Intuitionen Sammlungen entstanden, von deren inzwischen unschätzbaren Werten Dresden und die ganze Region heute noch in vielerlei Hinsicht zehren kann.
Es bleibt daher bei der durchaus auch nachdenklich stimmenden Feststellung: Bei all den Bemühungen der Gegenwart und den Milliarden an Mark und Euro, die in diese investiert wurden, ist es nach wie vor die Kunst von gestern, für die Dresden heute bekannt ist und über seine räumlichen Grenzen hinaus steht. Es ist daher naheliegend und anzunehmen, dass ein derart überzeugendes und Jahrhunderte überdauerndes Ergebnis und die dazu beschrittene Entwicklung ganz sicher kein Zufall sein können - und so waren es auch.
Nur durch Kalkül und darin inbegriffen gezielte Förderung von Talenten aus Dresden und der ganzen Welt waren diese Leistungen möglich. Voraussetzung dafür war zum einen die schon sehr frühzeitig verstandene und vorhandene Liebe zur Kunst, Kunst als harter Wirtschaftsfaktor zu erkennen ist jedoch ebenso wichtig. Dankbar können wir dafür sein und lernen können wir davon.
Denn während es auch heute zahlreiche weltweit angesehene Dresdner Künstlern gibt und zeitgenössische Dresdner Kunst

auch überall auf der Welt zu sehen ist, muss festgehalten werden, dass Kunst im Dresden von heute viel von ihrem einstigen Wert verloren hat und sich dadurch auch unsere Kultur gravierend verändert. Wir mühen uns wacker am Erhalt unseres künstlerischen Erbes – vergessen aber das Neue und verlieren damit unsere Tradition als innovativer und künstlerisch versierter Standort und damit auch die Anziehungskraft und das besondere Lebensgefühl, dass in Zeiten des Aufbruchs von Dresden ausgegangen sein muss.
Heute hingegen gehört eszumguten Ton, frustriert, als bettelarmer und gut ausgebildeter Dresdner Nachwuchskünstler die Stadt verlassen und anderswo erfolgreich zu werden.

Warum ist das so und soll es so weiter gehen?
Kunst, so ein in Dresden oftmals anzutreffender Irrglaube, kostet nur Geld. Und viel zu oft mag dieses Unverständnis auch einen Beitrag zu dieser Prophezeiung beitragen. Doch gerade diese Einstellung und das vorhandene Kunstverständnis kann auch als Auswuchs und Beweis für eine ganz andere Art von verantwortungsloser Verschwendungssucht erkannt werden. Dabei würde und müsste eine starke neue Dresdner Schule der ganzen Stadt und den Dresdnern dabei helfen, die Gegenwart und vor allem die Zukunft besser meistern zu können.

Um bei der Suche nach Antworten auf diese Fragen als Anlauf- und Schnittstelle für interdisziplinäre Verständigungen und Verbindungen zwischen Künstlern, Kreativen, Geisteswissenschaftlern und Geisteswirtschaftlern, Stadtentwicklern, Soziologen, der Verwaltung, Forschung und der Wirtschaft zur Verfügung zu stehen, wurde der Verein "Förderer Dresdner Kunst, kultureller Bildung und ihrer Orte e.V." ursprünglich im März 2011 gegründet.
Vom primären Ziel, der Umsetzung des Kulturkraftwerkes abgesehen,

möchten der Verein und seine Mitglieder daher Ideen unterstützen, die das Leben in Dresden nachhaltiger und lebenswerter machen. Gemeinsam sollen Entwicklungen ermöglicht und Projekte umgesetzt werden, die einzeln nicht entstehen oder bewältigt werden könnten. Die Kunst als seiner Zeit voraus eilendes Element soll im Zuge dieser Prozesse besser als bisher genutzt und positioniert und damit auch verstanden werden können.

Fluch und Segen zugleich für den Verein und die Mitglieder ist, dass jeder einzelne Partner auf einen Schatz an Erfahrungen und Wissen um diese Stadt zurückgreifen kann. Bittere Erfahrungen und Voreingenommenheiten mussten daher auch wir vergeben und vergessen. Nur so konnte das Umfeld der Zusammenarbeit und des dazu gehörigen Denkens und Handelns entstehen, das nötig war und ist, um die Potenziale nutzen zu können, die sich in der Gemeinsamkeit ergeben.
Wir haben erlebt und waren Zeuge übergreifender Lösungen, bei denen gemeinsame Ziele von Unternehmen und Verwaltungen gut, möglich und auch nötig wären, um Dresden den Dienst zu erweisen, den diese Stadt an diesem Punkt ihrer Entwicklung braucht.
Kunst als Impulsgeber, Ausdrucksform und Indikator für den Zustand unserer Stadt, unseres Zusammenlebens und und unserer Kultur zu nutzen und damit auch eine Neugestaltung des Zusammenlebens und des Stadtbildes zu erreichen, ist daher die Hauptaufgabe, an der wir alle gemeinsam arbeiten.

Um dafür Ihr Interesse zu wecken und einen Einblick in bereits laufende Projekte sowie weitere aus unserer Sicht unterstützenswerte Vorschläge zu ermöglichen. Viele weitere Projekte sollen mit Ihrer Hilfe folgen. Vielen Dank deshalb für Ihr Feedback - wir freuen uns darauf!